Zutritt für Unbefugte verboten

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Das Semesterthema, omnipräsent aber unsichtbar, führte mich schnell weg von der Beschäftigung mit natürlichen Vorgängen, hin zu psychischen Prädispositionen, die für mich eine Metaebene über der phänomenologischen Erfahrung des Außens einnimmt, da sie als Determinanten beeinflussen, wie wir dieses Außen überhaupt wahrnehmen.

Eine erste Ausformulierung eines solchen Inhaltskomplexes fand ich in der These der Urszene von Freud. 1897 beschrieb er damit den beobachteten Akt des Geschlechtsverkehrs zwischen den Eltern durch dies Kind, welches diesen  als traumarisierende Erfahrung mit pathogener Wirkung speichere.

Davon mich loslösend suchte ich nach einem generellerem Konzept von Prägungen, vor allem moderner, und landete beim Verblendungszusammenhang nach Adorno. Kurz gefasst ging es mir dabei um das geblendete Bewusstsein im gesellschaftlichen Zusammenhang, dieses anhand von Sozialisations- und Subjetivierungspraktiken, an Beispielen, untersuchend. Inhaltlich dieses Feld noch erweiternd, mit Texten von Habermas, Marcuse und Marx, sah ich mich alsbald mit einer Recherche entgegengeschlagen, die mich zwar reizte, mich aber nicht zu einer effektiven visuellen Umsetzung zu führen schien. Bei der Lektüre stieß ich dann aber auf eine Aussage, die mir als logischer, und zugleich räumlich umsetzbarer, Vorschlag einleuchtete: Zum erfahren des Verblendungszusammenhangs brauche man ersteinmal einen Spiegel.

Mein Entwurf sah die Schaffung eines Ortes vor, an dem man abgeschieden ist, sich selbst beobachten, wahrnehmen kann, ohne, dass dieser Ort aus einer Alltagserfahrung herausbreche, da die - hoffentlich - anschließend gewonnenen Erkenntnisse sonst drohten in eine “Kunstperformanceecke” abgeschoben zu werden. Da diese Installation sich durchschreiten lassen sollte, lagen Durchgangssituationen im öffentlichen Raum nahe, im Beispiel die Verteilerebene der U-Bahnstation Moritzplatz. In sie eingezogen schlage ich einen quaderförmigen Raum vor, der mit begehbaren Plattformen ausgestattet ist, die zu einer Mittelinsel hinführen, auf der sich niedergelassen werden kann. Rundherum sind Spiegelelemente so angebracht, dass der Durchschreitende von der Mitte aus rundherum sich selbst sieht. Visuell recht karg, schwarz mit wenig Beleuchtung und Schattenwurf gehalten, sollte der Raum auftreten, allerdings den Denkprozess insofern unterstützen, dass die einzelnen kleinen Plattformen mit einem Lautsprecher und Körperschallwandlern bestückt sind. Über jene können Atmosphärenklänge, wie auch Symbolträchtige Geräusche des Alltags übertragen werden, unterstützt durch die taktile Ebene, bei der z. B. ein Vibrationsalarm durch den Körperschallwandler beim Betreten der Plattform den Besucher durchströmt.