von ton zu Farbe

von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe
von ton zu Farbe

Unsere Umgebung ist voller Farben und Töne, die uns beeinflussen oder mit denen wir interagieren. Mit ihren Schattierungen vermitteln sie uns Informationen, die über reine Formen und Funktionen hinausgehen. Meine Frage ist, welche Parallelen haben die Spektren der Töne und Farben und in welcher Weise sind sie miteinander verbunden? In einer ästhetischen Abstraktion will ich ihre Beziehungen sichtbar machen und die Wahrnehmung auf sie ausrichten. Dies soll geschehen, indem das Frequenzspektrum konkreter Klangsituationen analysiert und in farbigen Lichtinstallationen wiedergegeben wird.
Die primäre Gemeinsamkeit von Farben und Tönen ist, dass sie durch Frequenzen definiert sind. Im Farbenspektrum ist die „tiefste“ Farbe Rot, danach kommen Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und als „höchste“ Violett. Im für den Menschen hörbaren Tonspektrum reichen die wahrnehmbaren Töne von ungefähr 20 bis 20.000 Herz. Man kann sie in drei Gruppen einteilen – tiefe (20 – 315 Hz), mittlere (315 – 5000 Hz) und hohe (5000 – 20 000 Hz). Würde man diese zwei Skalen also in Beziehung setzen, entsprächen tiefen Tönen die Farben Rot, Orange und Gelb, mittleren Grün und Blau und hohen Indigo und Violett. Allerdings besteht zwischen Ton- und Farbfrequenzen zwar eine Analogie, aber keine wissenschaftlich begründete, objektive Beziehung, dieses Modell bietet sich eher für eine hypothetische, intuitive Anwendung an. Zahllose Wissenschaftler wie Künstler haben sich daran versucht, Töne und Farben in eine objektive Beziehung zu setzen. Allein die große Zahl unterschiedlicher Farbenlehren macht deutlich, dass eine allgemeingültige Zuordnung nicht möglich ist.
Das Projekt kann in verschiedene Situationen bzw. Räumen in unterschiedlicher Weise umgesetzt werden. Ausgangspunkt ist immer ein situationsbedingtes oder auch künstlich generiertes Klang- oder Geräuschspektrum, dessen Frequenzen erfasst und in farbige Lichtsignale übertragen werden. Dabei ist sowohl eine Nutzung des ganzen Farbspektrums als auch nur eines definierten Ausschnitts möglich. Jede Situation bietet andere Anhaltspunkte, nach denen eine Entscheidung für eine bestimmte Farb- und Tonkorrelation getroffen wird.
Im Folgenden werden drei verschiedene Varianten der Umsetzung präsentiert:
Farbspektrum erleben
Ein geschlossener Gang (entweder eigens gebaut oder z.B. ein Fußgängertunnel), eingeteilt in verschiedene miteinander verbundene Modul-Räume. Jedem von ihnen ist eine bestimmte Farbe und die ihr entsprechende Klangfrequenz zugeordnet, und zwar in auf- bzw. absteigender Reihenfolge. In dieser Variante ist das gesamte Farbspektrum einbezogen. Wird eine wechselnde Tonfolge abgespielt, verteilt sich das Klang- und Lichtgeschehen entsprechend auf die verschiedenen Räume und bewegt sich entweder kontinuierlich oder in Sprüngen durch den Gang. Die Beziehungen zwischen den Farben und den Klängen können so in einem spielerischen Erlebnis unmittelbar nachvollzogen werden. (im mittleren Hörbereich liegendes Tonspektrum = sichtbares Farbspektrum)



Warm und kalt
Zwei gegensätzliche Orte im Berliner Stadtraum: Die Bellevueallee, die zwischen Potsdamer Platz und Schloss Bellevue durch den Tiergarten verläuft, und das Kottbusser Tor. Die Farben sind den Situationen angepasst und umfassen jeweils nur ein begrenztes Frequenzspektrum. In der Bellevueallee, die nachts dunkel und ein bisschen unheimlich ist, leuchten die Farbobjekte in den warmen, “tieferen“ Farbfrequenzen zwischen Rot und Gelb. Zu den Geräuschen, die die Reaktionen der Lichtobjekte auslösen, gehören vor allem Naturgeräusche von Vögeln oder Bäumen sowie die Verkehrsgeräusche der nahegelegenen Straße. Am lauteren Kottbusser Tor erscheinen kältere und eher pastellhafte „helle“ Farbtöne zwischen Grün, Blau und Violett. Sie beruhigen die Atmosphäre der lauten Umgebung.

Kompensierende Farben
Die Farben erscheinen stärker, wenn der Ton leiser wird. Eine mögliche Interaktion mit Kindern ist eine Installation mit farbigem Licht, das vom Lärm der Kinder gesteuert wird. Je lauter die Kinder sind, desto „leiser sind die Farben. Das leuchtende Objekt könnte als Pavillon in einem Innenraum installiert sein, was auch dem Spaß von Kindern an „Höhlen entgegenkäme.