Vertical Farming

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Angesichts einer rasant wachsenden Weltbevölkerung wird die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung zu einem drängenden Problem. Die UNO prognostiziert gut neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 - und Ackerflächen sind nur begrenzt vorhanden, viele von kontinuierlicher Bewirtschaftung in den vergangenen 60 Jahren ausgelaugt. Um die Böden zu entlasten und die Nahrungsmittelversorgung in die Stadt zu bringen wird Vertical Farming vorgeschlagen, ein neues Paradigma: 
 
Das Land in der Urbanen zu integrieren um unser Ernährungschaos zu überwältigen.  
 
Die Idee der Turmgewächshäuser gibt es zwar schon seit den 1960er-Jahren, aber erst jetzt entstehen aus den Ideen erste tatsächliche Bauten. Gemüse im Hochhaus, übereinander statt nebeneinander, ist für die meisten immer noch eine technologische Zukunftsvision, orientiert an einem neuen ökologischen Effizienz-Paradigma. Vertical Farming soll eine tragfähige Landwirtschaft und Massenproduktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse im Ballungsgebiet der Städte auf engstem Raum ermöglichen. In Singapur ist 2014 eine kommerzielle Vertical Farm unter großem Medieninteresse in Betrieb gegangen: Schließlich braucht Gemüse in einem geschlossenen Kreislaufsystem bis zu 98 Prozent weniger Wasser als in der herkömmlichen Landwirtschaft, außerdem bis zu 60 Prozent weniger Düngemittel , dazu werden keine Pestizide der Farm verwendet, und man kann zwei bis drei Mal schnellere Wachstumsraten erreichen. Nicht zuletzt erspart man sich lange Transportwege und verringert somit die CO2 Belastung. 
 
Vertical Farming wird schon länger als eine Lösung für den Gemüseanbau der Zukunft angepriesen, aber dank der Verfügbarkeit moderner Technologien wie effektiverer Wärmedämmung, Netzwerksystemen, LED-Licht und Robotik erscheint eine Umsetzung sinnvoll. 
 
Wie weit sich das Verhältnis  zwischen Stadt und Pflanzen verändern wird ist offen. 
Die Pflanzen ernähren uns, kleiden uns und versorgen uns zunehmend mit Energie. Pflanzen entspannen die Seele, sie können heilen, sie beeinflussen das Wetter und jetzt kann man auch noch Joghurtbecher aus ihnen machen. Pflanzen sind Lebewesen genau wie Tiere und Menschen. Auch sie reagieren auf Umwelteinflüsse, haben vielfältige Lebensansprüche und einen Lebenszyklus, in dem sie sich fortpflanzen und gedeihen. Aber Pflanzen unterscheiden sich auch von Tieren und Menschen. Sie besitzen kein Nervensystem und empfinden daher keinen Schmerz. Auch entwickeln sie sich anders als Tiere: Wenn man bei einer Pflanze ein Blatt ausreißt, so kann dies nachwachsen, was für viele Tiere nicht gilt, wenn man ihnen Körperteile abtrennt. Trotz dieser Unterschiede gleichen sich Pflanzen und Tiere in ihrem Streben nach Leben. Das Streben nach Leben in die Höhe der Pflanzen im Urbanen Raum spiegelt sich neuartig und wiederbelebend in der Vertikalen Farm wieder. Das Streben nach Leben, das Leben auf dem Land, die Sehnsucht der Stadt nach Leben sei dann gestillt. Das Leben in der Stadt und auf dem Land wäre neu verschmolzen. 
 
Können sich dann unsere Böden wieder erholen, fruchtbar werden und wird die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung für die Zukunft tatsächlich gesichert sein? Oder befinden wir uns in einer neuen Form der Technisierung der Natur und unsere Gesellschaft – im Sinne von Salat frisch aus dem Labor.
 
„Licht/Luft/Wasser“. Auf diese Elemente kann das Prinzip des Vertical Farming reduziert werden. Die Sonderform der urbanen Landwirtschaft mit der ganzjährig Früchte, Gemüse, essbare Speisepilze und Algen erzeugt werden können, basiert auf künstlicher Beleuchtung, Klima und Hydrokulturen. Diese drei Bestandteile lassen sich in einer Kreislaufwirtschaft vereinen, die unter anderem vorgibt, dass Nährstoffe, die zum Pflanzenwachstum beitragen auch wieder vollständig in den Produktionsprozess zurück gelangen. Dazu hängen die Wurzeln der Pflanze in einem nahrhaften Substrat aus dem sie die Nährsalze aufnehmen. Außerdem wird eine Vielzahl von Technologien benötigt, um Vertikale Landwirtschaft effektiv und effizient zu betreiben. Einige dieser Technologien sind noch im Entwicklungsstadium.
 
Zur Zielsetzung der Ausstellung „Licht/Luft/Wasser“ ist die Gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Vertical Farming geworden. Dabei soll vorerst ein Zugang zur Materie vermittelt werden, der im Laufe des Ausstellungsbesuchs, je nach Interesse zu einem vereinfachten Grundwissen ausgebaut werden kann.