the sense of saltmobile exhibition

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Es gibt Dinge im Leben, die begleiten uns ein Leben lang. Wir können diese Dinge jederzeit und überall sehen, erleben und erfahren. Aber machen wir das auch? Gibt es nicht Dinge, die gerade durch ihre Omnipräsenz im Alltag verblassen oder sogar unsichtbar werden?

Und was sind das für Dinge? Es könnten Dinge sein, von denen wir täglich abhängig sind, die wir brauchen, um existieren zu können.

 

Salz gehört zu diesen Dingen, es ist immer da. Es kann sichtbar und unsichtbar sein, aber es ist überall. Wir können es sehen und schmecken, manchmal auch riechen und fühlen.

Es kann uns in unterschiedlichen Formen begegnen und dabei steht es immer in Verbindung zur Umwelt und ihren Lebewesen. 

 

Letztlich ist der reine Rohstoff Salz immer in Bewegung, bildet Kreisläufe und formt Prozesse, welche vom Unsichtbaren zum Sichtbaren oder vom Sichtbaren zum Unsichtbaren verlaufen. Salz kann verschwinden, sich auflösen, es kann sichtbar werden, indem es Form annimmt. Salz ist in stetiger Verwandlung. Dabei verwandelt es nicht nur sich selbst, sondern auch den Menschen den Menschen, der von den kristallinen Formen im Innern einer Höhle fasziniert ist, der von ihrer natürlichen Ästhetik geradezu berauscht ist. 

 

Aber auch im Wandel der Zeiten hat das Salz die Geschichte des Menschen geprägt. 

All die Werte des Salzes, seine Formen und seine Bedeutungen, kennen wir nur noch aus Erzählungen. In der heutigen Welt gehört Salz zu den selbstverständlichen Rohstoffen des Alltags. Man bekommt es – sichtbar und unsichtbar bei jedem Burger von Mc Donald's gratis dazu, in beliebiger Menge. Dieses Überangebot führt dazu, dass viele den eigentlichen Wert von Salz zwar kennen, aber nur stark verzerrt wahrnehmen.

 

Im Fokus des gestalterischen Entwurfes steht das bewusste Wahrnehmen und Erleben unserer Umwelt mit allen Sinnen. Entstanden ist eine modulare Wanderausstellung, die das Riechen, das Sehen und das Schmecken anspricht.

 

Die Wanderausstellung kann flexibel mittels Container von einem Ort zum nächsten bewegt werden, an Land oder zu Wasser. Sie ist gegliedert in mehrere kubische Segmente. Sie sind so dimensioniert, dass sie die genormten Maße für Transportcontainer nicht überschreiten. So kann der Transport durch LKW oder Frachtschiffe einfach bewerkstelligt werden. 

Drei der Kuben bilden die elementaren Grundsteine. In ihnen befindet sich jeweils ein Themenraum. Sie sind die Basis der Ausstellung und können beliebig ergänzt werden. Jeder Kubus kann für sich stehen oder in Kombination mit anderen ein Ensemble generieren. 

 

Der Erste Themenraum zeigt das Prozesshafte von Salz. Salz in seiner Wandelbarkeit vom unsichtbaren gelösten Stoff zum sichtbaren wundervollen Kristall. 

Im Zentrum stehen hier also die Verdunstung von Wassermolekülen und die Bildung von Salzkristallen.

Der Raum ist ganz auf das Wesentliche reduziert. Die Größe des Raumes spielt hierbei auch eine sehr wichtige Rolle. Konzipiert wurde er für ein bis zwei Personen, was die Aufmerksamkeit erhöht und Ruhe und Konzentration schafft.

 

Der zweite Themenraum zeigt Salz in Mengen und Relationsverhältnissen. Er weist auf, wie viel Salz sich auf der Erde befindet, als sichtbarer Rohstoff in Fels und Gestein und als unsichtbarer im Salz- und Süßwasser. Er belehrt darüber, dass kein Wasser ohne Salzgehalt existiert und dass Salz genauso wie Wasser existentiell für alle Lebewesen ist.

 

Der dritte Themenraum ist ein Raum der Impression. Er weist auf die Geschichte, auf Erzählungen, auf Märchen und Sagen und die in diesem Kontext entstandenen Mythologien hin. Er zeigt, dass Salz eine lebendige Geschichte hat, die sich mit der Zeit und ihren Menschen immer wieder verändert hat und sich auch weiter verändern wird. 

Gezeigt werden unterschiedliche Texte aus dem Fundus der Geschichte Salz. Die Zitate laden zum kurzen Verweilen, Lesen und Stöbern ein und sollen neue Denkanstöße zum Thema Wert und Wertlosigkeit, Macht und Ohnmacht innerhalb der Themenspannweite Salz bieten. 

Alle Zitate befinden sich auf einem riesigen spiegelnden Salzkristall, der die Größe des Raumes einnimmt. Im Kristall kann der Besucher die kristalline Struktur des Salzes erkennen. Durch die Vergrößerung gewinnt das Salz, das in natürlicher Form klein und unscheinbar ist, an Bedeutung und Eindrücklichkeit. Die Spiegel tragen die Zitate und spiegeln den Besucher und dessen Umwelt. 

 

Alle drei Räume decken drei thematische Schwerpunkte des Salzes auf. Das Konzept zeigt aber auch exemplarische Ergänzungsmöglichkeiten der Ausstellung. Im Außenbereich der Ausstellung können interaktive Aktionen für den Besucher auf die Ausstellung aufmerksam machen und gleichzeitig eine Bindung zum Thema und ein persönliches Erlebnis verschaffen, an das man sich gerne bei der nächsten alltäglichen Begegnung mit Salz wieder erinnern mag.

 

Die interaktiven Aktionen außerhalb der Themenräume befinden sich jeweils passend im thematischen Kontext des dazugehörigen Raumes und sind als eine Art räumliche Intervention zu verstehen. Sie passen vorbeigehende Passanten ab und ziehen sie aus ihrem Alltag heraus. Aktionen können sein: ein Salzbecken zum Floaten, ein einfacher Trinkwasserspender mit geringem und hohem Salzgehalt im Wasser als Überraschungseffekt oder auch kubisch-kristalline Sitzgelegenheiten, welche zum Verweilen, Beobachten und Reflektieren einladen. 

 

Platziert wird die Ausstellung im öffentlichen Raum, wo sie auf dem Weg zur Arbeit ins Auge fallen kann und dem Betrachter in seinem Alltag ein weiteres Gedankenfeld eröffnen wird. 

Die Anordnung der kubischen Räume kann sich vielerlei urbanen Strukturen anpassen und auf unterschiedliche Weise mit der Umgebung und dem öffentlichen Raum kommunizieren, da die Stellposition einzelner Kuben variabel ist genauso wie es bei den physikalischen Eigenschaften des natürlichen kristallinen Wachstums des Salzes der Fall ist. 

Alle Kuben sind rein weiß und sind somit in einer bunten Umwelt immer als eine Einheit erkennbar. Gleichzeitig bildet das reine Weiß eine Projektionsfläche für das Licht unserer Umwelt und dessen tägliche wechselnde Lichtstimmungen ähnlich wie das Salz, das als rein weiß erscheint, weil es das komplette Farbspektrum reflektiert.