Raum-Text TransformationTransformation durch Text – Ausstellungskonzept

Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation
Raum-Text Transformation

Texte im Museum kennen wir eigentlich nur als Hintergrundinformation oder Verständnishilfe. Doch ein Text kann auch als Objekt betrachtet werden. Nicht als Inhalt, der auf einer symbolischen Ebene außerhalb oder gegenüber der gegenständlichen Welt angesiedelt ist, sondern selbst als Gegenstand, der aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann und dessen Bedeutung sich mit seinen räumlichen Relationen zu anderen Gegenständen immer wieder verändert. Aber auch sonst sind Texte nicht nur das was man liest, sondern funktionieren wie ein Geflecht. Sie bestehen aus verschiedensten Verknüpfungen und werden angestoßen durch geschichtliche Ereignisse, persönliche Umstände oder auch einfach andere Texte. In dieser Hinsicht funktionieren sie genauso wie Objekte, die sich in ihrer eigentlichen Bedeutung erst durch die Beziehung zu anderen Objekten erschließen.

In meinem Ausstellungskonzept haben die Texte beides: sie behalten ihre Funktion als Inhaltsträger bei, aber der Fokus rückt auf die möglichen Beziehungen, die sie eingehen. Dies geschieht dadurch, dass sie selbst zum materiellen Ausstellungsgegenstand werden, die – entsprechend ihres relationalen Entstehungshintergrunds – frei verschiebbar, kombinierbar und kontextualisierbar sind. Die Texte werden also, in ihren Beziehungen, re-inszeniert.

Gleichzeitig werden sie Teil des Raums. Text als physisches Material. Ein Raum, der sich ständig verändert, allein durch die unterschiedlichen Interpretationen der Menschen. Durch Verschiebungen entstehen neue Bezugsebenen und es entstehen verschiedenste Arten von Überlagerung. Jeder kennt eine Schiebetür, ein Schiebefenster, Rollos oder ähnliches. Das Prinzip ist so einfach, dass es keine Erklärung benötigt.

 

Warum Literatur im Museum?

Geschichte, Themen, Situationen, Autoren, Personen, Erzählungen. Texte können eine Gesellschaft formen und ihre heterogene Identität reflektieren. Bedeutende Texte sind Zeitzeugen. Dabei können sie in ihrer Zeit auch kaum Beachtung gefunden haben. Oft wird ihre Signifikanz erst aus einem Abstand sichtbar, wenn ihre Beziehungen deutlich werden. Diese Besonderheit von Texten zu vermitteln, kann die Aufgabe eines Literaturmuseums sein. Doch zu intensive Auseinandersetzungen mit dem Text und zu wissenschaftliche Kontextualisierungen können das Thema auch schnell kopflastig und schwer greifbar machen. 

Im Gegensatz zum Buch können Texte im Museum eine spielerische und körperliche Präsenz gewinnen. Sie werden beweglich und in ihren möglichen Beziehungen intuitiv erfassbar. Demgegenüber ist die reine Informationsebene sekundär und wird über das Buch selbst besser vermittelt.

Als ein mögliches Thema verwende ich die Beziehung von Schiller und Goethe. Beide Schriftsteller schrieben unangefochten bemerkenswerte Texte. Sie hatten eine innige Brieffreundschaft. Damit beeinflussten sie sich gegenseitig und schrieben sogar zusammen an Schriftstücken.