PET Constructions

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-Geschichte und Funktionsweise des Mero-Raumfachwerk-Systems
 
Das Mero-System besteht in seiner Grundvariante aus Knotenpunkten und Verbindungselementen, mit denen sich dreidimensionale und auf Dreiecksstrukturen basierende Raumfachwerke bilden lassen. Seine Konstruktion geht auf Prinzipien der Natur zurück und verbindet Leichtigkeit mit Stabilität. Mero heißt die Firma, die dieses System als erste zur Serienreife entwickelt hat, trotzdem assoziiert man heute automatisch fast alle Konstruktionen dieser Art mit ihrem Namen. Patentiert wurde es von dem Firmengründer Max Mengeringhausen 1941. Das Grundprinzip wurde allerdings schon deutlich früher angewandt.
 
Die Besonderheit des Systems liegt darin, dass sich aus normierten Einzelteilen sehr flexibel unterschiedliche Formen bauen lassen, die gleichzeitig eine hohe Stabilität aufweisen. Anwendungsbeispiele finden sich seit dem frühen 20. Jhdt. Besonders bekannt sind etwa die geodätischen Kuppeln Buckminster Fullers aus den 50er Jahren, aber auch die Eden-Überdachung von Grimshaw oder die Gleisüberdachung des Berliner Hauptbahnhofs, die beide mit Mero-Elementen realisiert worden. Die erste bekannte Konstruktion (1907) stammt allerdings von Alexander Graham Bell, dem Erfinder des Telefons.
 
-Übertragung des Systems auf Material aus Recyclingkontext
 
Die Idee des Projekts PET-Constructions ist, die Möglichkeiten und die Ästhetik der variablen Konstruktion, die das Mero-System bietet, auf Recycling-Materialien zu übertragen. Die industriell gefertigten Grundelemente des Systems, der Knoten und die Verbindungsstange, sollten durch alternative, aus dem Recycling-Kreislauf stammende Elemente ersetzt werden. Dies sind hier PET-Flaschen, Pappröhren und Holzkugeln. Das entscheidende Element sind die Schraubverschlüsse der PET-Flaschen. Analog zu den Innengewinden der Mero-Knoten werden diese an den entsprechenden Positionen auf den Holzkugeln (zwar Neuware, aber konstruktionsbedingt nötig) montiert. Die Verbindungselemente bestehen statt aus Kunststoff- oder Metallrohren aus jeweils zwei PET-Flaschen mit abgetrenntem Boden, die auf die zwei Seiten einer gebrauchte Pappröhre aufgeschoben werden. Im Prinzip, wenn auch bei geringerer Tragfähigkeit, lassen sich so die gleichen Konstruktionen herstellen wie mit dem industriellen System.
 
-Recycling als praktische Möglichkeit + ironische Umfunktionierung
 
Eine PET-Flasche kostet 15 oder 25 Cent, Holzkugel und Papprolle sind auch nicht sehr teuer. So kann man ein „Mero-System“ aus PET-Flaschen und Pappröhren im DIY-Verfahren sehr preisgünstig nachbauen. Die Materialien sind leicht zu beschaffen und werden durch ihre neuartige Verwendung aufgewertet. Der Aufbauprozess kann flexibler und bis zu einem gewissen Grad auch intuitiver erfolgen als mit dem auf hohe Präzision ausgelegten professionellen System. 
 
Dies erweitert die Einsatzmöglichkeiten, da die Erstellung leichter Raumfachwerke nicht mehr den Experten vorbehalten bleibt, sondern potentiell jeden möglichen Teilnehmer (z.B. auch Kinder) einbezieht. Der Aufbau eines PET-Constructions-Raums ist ein eher spielerischer Akt, der die Kreativität der Beteiligten herausfordert und (potentiell) ein Gemeinschaftserlebnis erzeugt. Zudem hat er eine optische Wirkung, mit der man sich auf besondere Weise identifizieren kann. Elemente des banalen Alltags werden zu Grundbausteinen für einen gestalterisch interessanten und vielfältig nutzbaren Raum. Dabei schaffen sie ein individuelles und ironisches Gegenbild zu den das üblichen Beispielen einer teuren, repräsentativen und unpersönlichen Architektur.
 
Dabei kann das System trotz der billigen und nicht sehr stabilen Einzelteile durch seine stabile Geometrie auch für den Bau größerer Raumgebilde verwendet werden, solange sie hauptsächlich sich selbst und keine schweren Gewichte tragen müssen. Pavillons lassen sich in freien Formen und zu beliebigen Zwecken errichten und genauso leicht wieder demontieren, um beim nächsten Mal eine neue Form anzunehmen. Als Low-Budget Variante von High-End-Architektur kommen sie kulturellen wie sozialen Konzepten entgegen. Naheliegend ist ihr Einsatz auch in allen Zusammenhängen, wo nur geringe Mittel zur Verfügung stehen, z.B. in Entwicklungsländern. Für den Außeneinsatz kämen als Alternative zu den Papprohren auch billige Kunststoffrohre in Frage.