narrative media

Modell
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Plan
Plan
Plan
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Im Alltag kennt man Filter aus der Kaffeezubereitung, als Pollenschutz oder zur Trinkwasser-Entkalkung. Doch Filter, welche keinen physischen Prozess erzeugen, sondern die Wahrnehmung von Weltgeschehnissen erheblich prägen, sind unbewusst. Die Rede ist von Medienfiltern, welche sich häufig unbemerkt vor die Informationsaufnahme durch das Internet, die Tageszeitung oder die generelle Berichterstattung stellen und gefilterte Nachrichten ausstrahlen. Das was zu sehen, hören oder zu lesen ist, ist nicht das was es tatsächlich ist. Die Information wurde extra aufbereitet. Diese Filter lassen sich in drei Funktionsweisen unterscheiden: REDUKTION, SELEKTION und ZENSUR 
 
Die Raum-Installation »Narrative Media« zeigt diese Funktionen und das mögliche Umgehen der Wahrnehmungsfiltern aus der Nachrichtenübermittlung. 
In einer modellhaften Darstellung, in der die Filterfunktion abstrahiert und deren Prinzip durch optische Gläser illustriert wird, zeigt sich diese Installation.
 
Ziel war es die Funktion der Medienfilter physisch erlebbar und begehbar zu gestalten. Der Besucher sollte nicht nur Beobachter eines Prozesses werden, sondern aktiv die Funktion und Auswirkungen der Filter erleben und wahrnehmen.
So entstand eine Installation, die drei große Raum-im-Raum Kuben in den Mittelpunkt stellt. Der jeweilige Kern-Kubus und die darauf dargestellten Informationen werden durch eine sie ummantelnde Filter-Schicht verfremdet, welche auch zu umgehen möglich ist.
 
REDUKTION

Bei Massenmedien wie Tageszeitungen oder Nachrichtensendungen im Radio und Fernsehen stehen Nachrichtenagenturen hinter den Meldungen. Diese Agenturen sind durch zahlreiche Korrespondenten weltweit diejenigen, welche als Nachrichtenschleuse zu den Sendern oder zur Presse funktioniert. Diese Schleusenfunktion setzt eine Kategorisierung und Bewertung der eingehenden Meldungen voraus. Erzielt ein Ereignis einen hohen Nachrichtenwert, wird dieses nach Präzisierungen und Kürzungen publizier-fähig eingestuft und an die Presse und Sender weitergegeben. 
 
Der Grundriss des Reduktions-Kubus zeigt, dass ein Eindringen in den Bereich zwischen Filterglas und Wandinformationen durch mehrere Eingänge möglich ist.
Die Öffnungen symbolisieren, dass die Funktionsweisen von Gatekeepern und Nachrichtenagenturen  transparent gehalten werden und die Reduktion auf das Wesentliche in der Berichterstattung positiv seien kann, da dies Ordnung und Schnelligkeit erlaubt.
Die textliche und bildliche Darstellung des Filters am Kubus wird durch die Reduktion auf das Wesentliche aufgezeigt. Die Hintergründe in der Textebene verschwinden und nur aussagekräftige Wörter sind zu erkennen.
 
 
SELEKTION
 
Dass es zwei verschiedene Suchergebnisse gibt, wenn zwei Leute von ihren Rechnern den selben Suchbegriff googeln, liegt daran, dass auch im Internet Filter zu finden sind, die zu erst nicht sichtbar sind. Diese Filter sind Algorithmen, welche auf unserem zuvor getätigten Suchvorgängen und Internetverhalten basieren. Hierbei besteht die Gefahr, dass  Menschen nicht mehr mit anderen Sichtweisen als ihrer eigenen konfrontiert werden und somit in ihrer eigenen „Filterblase“ die Welt wahrnehmen.
 
Der Grundriss des Selektions-Kubus zeigt, dass ein Eindringen in den Bereich zwischen Filterglas und Wandinformationen durch zwei Eingänge möglich ist.
Zwei kleine aber auffällige Öffnungen symbolisieren, dass es auch in der Realität möglich ist aus der Filterblase zu treten, es benötigt dafür, für viele Menschen, unbekannte Einstellungen, die die Algorithmen nicht zulassen.
Die textliche und bildliche Darstellung im Kubus wird durch das Aufzeigen von Dingen gleicher Art (auf der Bildebene sind es die Grünflächen, welche in den Bildern zu erkennen sind) dem Selektionsfilter unterlegt.
 
 
ZENSUR
 
Ganz anders funktionieren Medienfilter für Leute, welche in einer totalitären Diktatur leben. Die Filterfunktion wird von der Regierung bzw. dem alleinigen Machthaber und der zu verbreitenden Ideologie übernommen. Die Weltgeschnisse werden, wenn überhaupt, zensiert publiziert.
Das Ereignis wird allein von der Regierung eingeschätz und für Propaganda Zwecke genutzt.
Der Grundriss des Zensur-Kubus zeigt, dass ein Eindringen in den Bereich zwischen Filterglas und Wandinformationen nicht möglich ist.
In der Darstellung der Medienfilterfunktion in einer totalitären Diktatur existiert nur die Darstellung der Informationen mit der Filterschicht, da diese keine Öffnung aufweist, eine ungefilterte Aufnahme ist nicht erfahrbar.
Der einzige Eingang ist somit gleichzeitig auch ein Durchgang zum Inneren Kubus, welche die Strigenz und das Trugbild des Drurchschreiten in einer Diktatur aufzeigt.
Die textliche und bildliche Darstellung im Kubus wird durch Zensurbalken und Smily-Button offensichtlich zensiert.
 
 
Platzierung im Raum
 
Die Installation befindet sich idealerweise in einem Raum mit den Maßen 35m×26,5m und 7m Höhe. Deckenfenster bieten sich nicht an, da die Dachbeschriftung der Kuben von sich aus leuchtet.
 
Besucher Choreografie
Durch die Platzierung der Kuben im Raum wird der Besucher zuerst zu ihnen geführt. Idealerweise umringt der Besucher den einzelnen Kubus, bevor er ins Innere des Kubus steigt und schließlich im auditiven Raum landet. Nach der Begehung der einzelnen Kuben gelangt der Besucher an die Podeste, welche mit dem Treppenaufstieg zur Wand hin ausgerichtet sind. Dies soll dazu führen, dass der Besucher nicht zu allererst den Weg auf das Podest wählt, sondern sich erst mit der Filtererfahrung beschäftigt.