M.E.X.S.Mechanical Exhibits X-Ray Scaner

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Ausstellungsräume werden vielfach zur reinen Präsentation und Darstellung von Inhalten, sei es geschichtlichen, kulturellen oder künstlerischen, verwendet, wobei der Besucher eher eine kontemplative, wahrnehmende Rolle einnimmt. Mein Ausstellungskonzept will ihn dagegen stärker involvieren. Der Raum ist kein passiver und statischer, sondern enthält mechanische Funktionen, die man aktiv nutzen muss, um die Ausstellung überhaupt erleben zu können. Erst dadurch, dass der Besucher einen kinetischen Mechanismus betätigt, der die Raumstruktur verändert, kann er die in der Ausstellung enthaltenen visuellen und inhaltlichen Informationsebenen erfassen.  
 
Statt allein künstlich-digitaler Vermittlung erweckt der Einsatz einer analogen Mechanik die Neugier des Betrachters. Der Besucher ist körperlich beteiligt, d.h. er kann sie durch Bewegungen, die mechanisch umgesetzt werden, direkt steuern. Diese Aktivität löst unerwartete sekundäre Aktionen aus, die die Aufmerksamkeit des Betrachters fesseln und über die ganze Ausstellung begleiten. Die Informationsvermittlung nutzt dabei mehrere Kanäle, digitale sowie analoge. Da der primäre Mechanismus analog ist, ermöglicht er eine Rückbestätigung der Aktionen durch auch in der Geschwindigkeit selbst gesteuerte Vor- und Rückbewegungen. Oft ist es so, dass man eine analoge Informationsvermittlung über die digitale erweitern kann. Bei diesem Ansatz handelt es sich umgekehrt um die Erweiterung einer digitalen Ebene der interaktiven Informationsvermittlung um eine analoge Ebene. Er bildet so eine Alternative zur immer weiter fortschreitenden Digitalisierung der Informationsvermittlung.
 
Auch die klassische Regel der Präsentation der Exponate auf textlicher Ebene wird in meinem Projekt durchbrochen. Gewöhnlich platziert man den Beschreibungstext in der Nähe des ausgestellten Objektes und schafft so eine klare Zuordnung. In meiner Konzeption werden die Exponate ohne zusätzliche Elemente und möglichst in ihrer natürlichen oder ursprüngliche Umgebung präsentiert. Die Textebene befindet sich allein im mechanischen "Wahrnehmungsapparat" der Ausstellung.
 
Zur Realisierung dieses Gedankens dient ein Mechanismus, der vom Prinzip der antiken Schriftrollen abgeleitet ist. Wenn man die Schiebewand bewegt, rotiert das Zahnrad am Fuß der Tafel und bewegt die darin befestigten Schriftrollen vor und zurück. So hat man den Effekt, dass sich ein unsichtbare Informationsebene vor die Exponate legt, die je nachdem, an welcher Stelle sich die Tafel befindet, die dazugehörigen Infografiken und Texte sichtbar werden lässt.
 
Um die unterschiedlichen Informationsebenen der ausgestellten Objekte darzustellen, können mehrere Schiebewände im Raum aufgestellt werden. Eine Ausstellung z.B. über kulturelle Funde in den chinesischen Longmen-Grotten könnte die Exponate aus mindestens drei Erzählperspektiven beschreiben - etwa aus Sicht der Religion, der Politik oder der Kulturgeschichte. Diese Ebenen würden auf der jeweiligen Schiebewand durch ein entsprechendes Motiv gekennzeichnet.