Die GrenzeDer Pavillon aus Stretchfolie

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In unserem Semesterprojekt geht es um einen Pavillon mit 1.000 m3 Volumen aus wiederverwerteten Materialien für den öffentlichen Raum. Aus vielen verschiedenen 
Materialien habe ich mich als Hauptmaterial des Pavillons für Stretchfolie entschieden, die in vielen Branchen häufig zur Verpackung der Produkte verwendet wird. In Kombination mit der Folie werden auch wiederverwertete Kabel und Hölzer als Nebenmaterialien eingesetzt. 
 
Stretchfolie als ein Kunststoff ist weich, dünn, transparent und hat die Eigenschaft, ohne Klebstoff auf glatten Oberflächen zu haften, sie ist in gewissem Maß sowohl stabil als auch verformbar. Beim Recycling lässt die Folie sich verbrennen, wobei sie vollständig zu CO2 und H2O abgebaut wird und somit umweltfreundlich ist. 
Um eine stabile Baukonstruktion zu erreichen, muss die Folie natürlich mit anderen Materialien verbunden. In meinem Entwurf des Pavillons werden zuerst 2 sechseckige Holzrahmen bzw. Ringe wie in den Zeichnungen zu sehen aufgebaut, danach miteinander fixiert und zusammengebunden, damit diese Holzstruktur noch stabiler ist. 
 
Es werden insgesamt 6 solche Strukturen, davon 3 Varianten, auf dieser Basis geschaffen, deren Durchmesser zwischen 4 und 6 Metern liegt. Die sechs Ringe werden in einer kreisförmigen Anordnung auf einer Bodenplatte befestigt. Jeweils zwei benachbarte Ringe werden an ihren Eckpunkten mit wiederverwerteten Kabeln miteinander verbunden und wie ein Prisma gespannt, sodass ein offener gebogener Durchgangsraum bzw. eine hohle geometrische „Röhre“ entsteht. Dabei wird gleichzeitig auch eine Art Innenhof gebildet. Die kreisförmige Röhre ist nicht geschlossen, damit es an den Endpunkten jeweils einen Eingang bzw. Ausgang gibt. 
 
Nachdem die Ringkonstruktion durch die Spannung der Kabel aufgerichtet und stabilisiert ist, wird sie durch die Stretchfolie überzogen und geschützt. Durch mehrfache Schichtung der Folien wird eine leicht gebrochene transluzente visuelle Wirkung erzielt. Die Menschen außerhalb der Pavillon können vage die Bewegung der Menschen im Inneren sehen. Die Sonnenlicht kombiniert sich mit den Falten der Folie und schafft ein ähnliches optisches Spiel wie ein Meer mit reflektierenden milden Wellen. Trotz seiner Kunststoffumhüllung fügt sich der Pavillon durch die Transparenz des Materials sowohl in eine natürliche als auch in eine städtische Umgebung leicht ein. Die Grenze zwischen Pavillon und Umgebung wird verwischt. 
 
Die Funktionen des Pavillons sind frei wählbar. Das Pavillon kann sich irgendwo im öffentlichen Raum befinden. Es kann als Café oder Bar definiert werden, wobei der Innenhof dann als Küche oder Servicebereich genutzt werden kann. Sitzmöglichkeiten und Service werden dagegen in den „Ring“ selbst verlagert. Einerseits fühlt man sich in diesem Raum sicher, weil er einen Schutz vor Einblicken von außen bietet, d.h, soziale Anonymität bzw. die Grenze. Andererseits kann man aber immer noch die Szene in der Umgebung, z.B. das Straßengeschehen draußen beobachten, bleibt also mit dem Außenraum verbunden. Der Pavillon ist ein Ort, um sich mit Freunden zu treffen, etwas zu trinken und einfach die Zeit zu genießen. Es bietet für das Publikum eine entspannende Umgebung und Privatsphäre. 
 
Die preiswerte Konstruktion des Pavillons kann ihn auch zu einer sinnvollen Lösung für bestimmte soziale Fragen machen, z.B. als Schutzraum für Obdachlose bei schlechtem Wetter und Kälte, in einer Naturumgebung aber auch für Tiere. 
 
Der Pavillon aus Stretchfolie bietet dem Publikum nicht nur einen Raum, sondern auch die völlige neue Erfahrung, dass mit dem üblichsten schwachen Material aus dem Verpackungsbereich ein so großes, starkes Schutzsystem mit zusätzlich attraktiver visueller Wirkung geschaffen werden kann. Es lohnt sich, den Wert der Materialien zu erkennen, sie zu recyceln und wieder zu etwas Neuem zu machen. Der Pavillon aus wiederverwerteten Stretchfolie bewegt sich auf der Grenze zwischen Privatsphäre, sozialer Anonymität, Sicherheit, Schutz, Kommunikation und Lebensstil...