D-Formation

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Der Pavillon ist konzipiert als als auf einem Kugelkörper basierende, dynamische Form. Seine Erscheinung wird geprägt durch wiederverwerteten und zum Teil deformierten Bewehrungsstahl, der die runde, rostrote COR-TEN-Hülle nach außen und innen durchbricht. Ziel war es, einen von der Natur beeinflussten und den eingesetzten Elementen gerecht werdenden Baukörper zu erschaffen, der seine Spannung aus der Beziehung von Form und Material bezieht.
 
Zentrales Thema des Semesters war die Wiederverwendung massenproduzierter Industrieabfälle. Beginnend mit einer mehrwöchigen Recherche zu Recyclingmaterial und verschiedenen Experimenten, die mich einer räumlichen Struktur näher bringen sollten, entschied ich mich für die Nutzung von Bewehrungsstahl. Spannend erschien mir hierbei der Einsatz ehemals in Baukörpern verankerter Stäbe, welche mit dem Abriss die zuvor streng lineare Erscheinung verlieren und stattdessen durch unkontrollierte, individuelle Verkrümmungen einen neuen Charakter gewinnen. Für meinen Baukörper setzte ich gerippten Rundstabstahl mit 40mm Durchmesser und bis zu 18m Länge ein. Er ist nun weniger von statischem Nutzen als vielmehr ein ästhetisches, die Erscheinung prägendes Element.
 
Durch erste kleine Tests mit Büroklammern (Stahlstäbe) und Knete (Verankerungsfläche), näherte ich mich zwei möglichen Verwendungsoptionen. Die Schichtung der Büroklammern auf abgesteckte, flache Knetabschnitte erwies sich als durchaus umsetzbar, trug aber nicht zu einer räumlichen Struktur bei. Ich entschied mich für die Alternativmethode, welche die Stäbe als Steckelemente vorsah. Hierzu inspirierte mich eine zuvor durchgeführte Recherche im Bereich Natur und Tier, wo ich gezielt nach Körpern suchte, die ihre Charakteristika durch eine Vielzahl von Stacheln, Spitzen oder Verästelungen bilden. Ein reizvolles Vorbild fand ich im Seeigel, dessen Stacheln einen ähnlich bizarr-gefährlichen optischen Effekt haben, wie ich ihn mir bei den verbogenen Bewehrungsstäben vorstelle.
 
Der Einsatz gerichteter Stäbe innen und verformter Stäbe außen entwickelte sich zu meinem zentralen konzeptionellen Motiv im Dialog mit dem geometrischen Grundkörper. In gleichmäßigem Abstand angebracht, sollten die verformten Stäbe eine stachelige Struktur bilden. Mit unterschiedlich festgelegten Längen der Stäbe sollte die weiße Innenwand eine dynamische, natürliche Inszenierung erfahren.
 
Von einer kreisrunden Grundform ausgehend, erarbeitete ich mehrere Studien zum Grundriss und der daraus folgenden inneren Nutzungsfläche. Zwei Halbkreise und ihre Zuordnung zueinander wurden zu neuen Parametern, an welchen ich schematisch Abwandlungen ausprobieren konnte, und die zu einem finalen Grundriss führten. Leicht zu- und ineinander verschoben, ergab sich somit das Bild eines geteilten Kreises, der in seiner Nuancierung jedoch auch weiterhin als runde Einheit erkennbar bleibt.
 
Parallel dazu entwickelte ich Bewegungsszenarien, um mir variable Möglichkeiten der Begehung vor Augen zu führen. Ich wollte herausfinden, welche Blickwinkel die runden Baukörperhälften ermöglichten, abhängig von der Zahl ihrer zu bespielenden Bereiche. Auffällig war hierbei, dass insbesondere die Entwürfe, welche wenige, aber dafür große Freiflächen vorsahen, deutlich besser mit der runden Außenhülle funktionierten als mehrere kleine Bereiche - ich entschied mich für eine zentrale Freifläche. Somit besitzt der Innenraum eine Dynamik, welche auch in der Begehung aufgenommen wird: Von beiden Ein- und Ausgängen führen Rampen parallel zur Wand auf ein sich mittig ergebendes großes Podest.
 
Im Laufe des Semesters entwickelte sich mein Projekt aufgrund des experimentellen Findungsprozesses zu einer Form- und Raumstudie mit hoher visueller Wirkungskraft, für die verschiedene Nutzungsmöglichkeiten denkbar sind.