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Vor genau zehn Jahren stellte das MoMa in seiner umfangreichen von Paola Antonelli kuratierten Ausstellung Workspheres ein breites Spektrum damaliger Büroaustattung und -mobiliar zur Schau, mit der Absicht „(to) examine the balance between work and life, and the important role designers play in devising effective solutions for our ever-changing work paradigms.” 1
Die immensen Entwicklungen der Informations und Kommunikationstechnologien, so schreibt Christopher Budd in seinem Essay zu Workspheres, seien in der Lage, unsere Bürolandschaften wahrhaft zu revolutionieren; eine Sache zu der Architekten allein nicht im Stande seien 2. So wurden in der Ausstellung sowohl bereits etablierte als auch maßgeblich visionäre Design-Entwürfe von einer ideellen Realität des ‚Arbeitsplatzes‘ (workplace) der Jahrtausendwende gezeigt: Von brandneuen Apple Homecomputer-Systemen über Designer-Schreibwaren bis hin zum einzelnen Arbeitsmöbel und kompletten Büro-Interiors. 3 „What does the contemporary workplace look like? What is wrong with the way we work? What could be improved? How do we measure work today? Is it still a matter of productivity? What can design do about it?” 4 
– so lautete Antonellis Fragestellung zur Konstituierung des Ausstellungskonzepts.
Im Mittelpunkt der Ausstellung standen unter Anderem Zweckmöbel, mit der primären Aufgabe, die Nutzung des PCs und den Zugang zum ‚Netz‘ möglichst bequem und effektiv zu gestalten. Raul Barbieris Banco Plus oder Ayse Birsels Red Rocket Furniture unterwarfen das Büromöbel regelrecht seiner Funktion als nahezu altarhafter Träger des Desktop-Computers (welcher im Jahr 2001 immerhin 8,6% der Weltbevölkerung den Internetzugang ermöglichte 5). Der ergomische Computer-Schreibtisch, als Bindeglied zwischen Mensch (durch seine ergonomische Form) und Maschine (durch seine auf damalige Computer-Architektur optimierte Bauweise), wurde als klares Must-Have propagiert welches längst zum selbstverständlichen Bestandteil des Inventars (zumindest westlicher) Firmenbüros, Hochschulen und Privathaushalte avanciert war.
Kaum zehn Jahre nach Workspheres sind die stationären Informations- und Kommunikationstechnologien längst den portablen gewichen, der Computer-Schreibtisch als mikro-historisches Relikt einer Ästhetik des Verschwindens 6, verweist nurmehr auf das, was ihn längst überholt und überflüssig gemacht hat und ist zur Altlast unserer Wohnrealität geworden. 
Antonellis Fragestellung müsste nun selbst in Frage gestellt werden. Längst sind die Grenzen zwischen Zeitgemäßem und Zeitlosem aufgeweicht, ein klares Konzept von Fortschritt und Rückschritt kaum mehr haltbar. Es stellt sich die Frage, ob sich das Produktive, das ‚(der) Zeit gemäße‘ nicht vielmehr in der Transformation selbst manifestiert.
 
 
http://www.youtube.com/watch?v=n2ZUHSNNWaM
http://www.youtube.com/watch?v=zMrqLZHIzgA&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=lmF4_XLf-6k&feature=related