schreib-workshopprojektbezogen

LB Andreas Kallfelz
ak@thing.net


Dienstags, alle 2 Wochen von 14-18h
Gru 105/106
Beginn am 01.11.2011 um 14h

 

Ziel dieser Übung ist es, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Einerseits ist die Formulierung der Idee und die Beschreibung der Umsetzung eines Entwurfs obligatorischer Bestandteil eines Semesterprojekts. Genau dies soll im Rahmen des angebotenen Schreibworkshops - systematisch angeleitet - umgesetzt werden. Zum anderen soll vermittelt werden, welche wesentlichen Grundsätze beim Verfassen von Texten, die ein kreatives Projekt adäquat beleuchten, zu beachten sind, und wie man am erfolgreichsten vorgeht, um zum Ergebnis zu kommen. Insofern soll neben der Ausarbeitung eines Projekt-Konzepttextes auch ein allgemeiner Lernprozess bezüglich des Erstellens von Texten erreicht werden.

Im Grunde gibt es zwei Probleme, wenn man sich vor die Aufgabe gestellt sieht, zu einem Thema oder gar einem eigenen Projekt einen gelungenen Text zu schreiben. Das eine ist, überhaupt in die textliche Auseinandersetzung mit dem Gegenstand hineinzukommen, Schwellen zu überwinden, die einen am Schreiben hindern, und den Arbeitsprozess produktiv und kontinuierlich vorwärtszubringen. Das andere besteht darin, sich über den Text dem Gegenstand adäquat zu nähern, die Kerngedanken und -aspekte zu identifizieren und die eigene Position inhaltlich und sprachlich zum Ausdruck zu bringen.

In gewissem Maße hängen diese beiden Aspekte natürlich zusammen, und ihre Verbindung wird am besten hergestellt durch einen strukturierten Arbeitsprozess, der sowohl die eigene Zeitplanung/nutzung als auch die Entwicklung der im Text umgesetzten Gedanken fördert und verhindert, dass man kein Land sieht, in Sackgassen landet oder gar nicht mehr weiß, was man denken soll.

Der Schreibworkshop soll also parallel zur Fokussierung auf einen bestimmten, mit dem Semesterprojekt gegebenen Themenkomplex eine Fokussierung auf die anstehende Aufgabe dessen textlicher Darstellung und Reflexion schaffen. Hierzu werden zunächst methodische Vorgehensweisen vermittelt, die für den Einstieg in den Schreibprozess nützlich sind und die weitere Entwicklung und Fertigstellung des Textes unterstützen. Neben dem Schreiben selbst rückt dabei natürlich auch dessen Vorbereitung ins Blickfeld, Lesen, Recherchieren, Kontexte erfassen und daraus die eigenen Grundelemente des Textes entwickeln. Da das theoretische Methodenwissen jedoch für sich nicht automatisch umgesetzt werden kann und Schreiben auch ein sehr individueller Prozess ist, soll diese erste Phase des Workshops durch praktische Übungen ergänzt werden. D.h., es werden allen Teilnehmern zwei oder drei Schreibaufgaben gegeben, kürzere Aufsätze zu bestimmten Themen, die mit dem Semesterthema in Verbindung stehen können, aber nicht müssen, und jeweils eine Woche später in der Gruppe besprochen werden. Zum einen können auf diesem Weg die methodischen Hilfestellungen direkt und in einem festgelegten Zeitfenster erprobt und umgesetzt werden. Gleichzeitig werden, da jeder dasselbe Thema zu behandeln hat, unterschiedliche, alternative Herangehensweisen klar sichtbar und - über den Vergleich - auch Schwächen deutlicher erkennbar. Durch das zwei- oder dreimalige Durchführen dieser Übung wird ein Lernprozess gefördert.

In der zweiten Phase des Workshops ist es das Ziel, aufgrund der gewonnenen Erfahrung die textliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Semesterprojekt von vorneherein strategisch und reflektiert anzugehen. Gleichzeitig werden Zeitvorgaben gesetzt, die einen kontinuierlichen Prozess der Texterstellung fördern. Die Zwischenergebnisse werden z.T. in Gruppen- und z.T. in Einzelgesprächen diskutiert, kritisiert und auf mögliche Verbesserungen hin besprochen. Gegenüber dem in der ersten Phase im Vordergrund stehenden Aspekt der Schreib-Didaktik geht es hier eher um ein am Ergebnis orientiertes Text-Coaching, das nichtsdestotrotz auch einen eindeutigen Lernwert besitzt.