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Eine Projektionsquelle wirft ein Wort auf verschiedene geometrische Oberflächen.
Wenn sich die Position des Wortes ändert und es auf der Geometrie in Fragmente zersplittert und sich verzerrt, ergibt sich trotz Gleichzeitigkeit der Projektion eine räumliche Trennung. Eine neue Situation entsteht. Das Wort wird in seiner Linearität gebrochen. Der aufkommende zeitlich-räumliche Aspekt ermöglicht eine individuelle Interpretation.
Die Zeit tritt als vierte Dimension des Raumes in Erscheinung. Räumliche und zeitliche Merkmale verschmelzen zu einem Ganzen. Bereits Immanuel Kant hat Raum und Zeit als notwendige Form jeglicher Erkenntnis wahrgenommenen. Relevant erscheint der von Bachtin entwickelte Begriff »Chronotopos«, mit dem die Raumzeit gemeint ist. 
Anhand von analysierter Literatur zeigte Bachtin auf, das die Zeit auf künstlerische Weise sichtbar gemacht werden kann. Je nachdem wie stark ein Wort / Sujet mit Information beladen ist, wird der Raum mit einer unterschiedlichen Intensität dimensioniert. Der Chronotopos ist die hauptsächliche Materialisierung der Zeit im Raum. Bachtins Verständnis setzt allerdings detaillierte und langwierige Analysen von literarischen Texten voraus, um die Raumzeit zu verstehen. Mit einer einfachen Projektion kann die von Bachtin beschriebene Idee aufzeigt werden und ist aus dem literarischem Kontext übertragbar: ausgewählte Wörter mit einer Ortsangabe oder Wegbeschreibung werden auf Geometrie projiziert; die Wörter verzerren sich und zerbrechen, wenn das Licht den Raum umschreibt. Es gibt nicht nur die eine Möglichkeit der Deutung der Information. Durch die Fragmente öffnen sich neue Räume und die Wörter existieren sozusagen parallel.
Ein anderer Aspekt, der die Verzerrung des Wortes evoziert, ist die Ungewissheit. Durch eine Veränderung des Betrachtungswinkels kann die Verzerrung immer wieder neu wahrgenommen werden. Die Frage ist, ob dadurch das projizierte Wort oder Text für den Betrachter in einen neuen Kontext gesetzt wird?