funtasmaDer fließende Raum

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Die Idee einer Architektur aus Wasser baut auf einer Paradoxie auf. Wasser 
ist flüssig und eignet sich kaum für stabile, dreidimensionale Raumkonstruktionen. Funtasma zeigt, dass es doch geht: die rein aus Wasser gebildete riesige Raumkuppel ist keine Illusion, sondern real. Natur, Raum und Technologie gehen in ihr eine neue und überwältigende Verbindung ein, die unsere Alltagserfahrung auf den Kopf stellt. Der fließende Raum erzeugt dabei nicht nur eine neuartige Wahrnehmungssituation von unerwarteter sinnlicher Intensität, sondern auch eine Überlagerung verschiedener Wirklichkeitsebenen, durch die ebenso grundsätzliche Zusammenhänge reflektiert wie emotionale Erfahrungen katalysiert werden. 
Die Installation ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden, ändert aber, je nach Ort, ihre Konnotationen und kann eher spektakulär und illusionistisch oder ursprünglich, puristisch und in die Natur eingebunden wirken. In jedem Fall stellt sie eine überraschende und fremdartige Erscheinung dar, eine abstrakte Form aus Wasser, die direkt in die sie umgebende Wasserfläche integriert ist. 
Der Besucher betritt sie über einen langen, schmalen Steg, der wenige cm über der Wasseroberfläche liegt und auf eine kreisrunde ca. 30 m messende Plattform führt. Aus dessen Mitte ragt ein 20 m langes schlankes Glasrohr heraus, durch welches Wasser von unten mit hohem Druck gegen eine am oberen Ende angebrachte Platte geleitet wird. Dort wird das Wasser horizontal gleichmäßig zu allen Seiten abgelenkt, und es entsteht eine geschlossene, dünne Wasserdecke, in Form einer Halbkugel. 
Das akustische Erlebnis der Installation setzt bereits ein lange bevor man der Kuppel näher kommt. Ein lautes Rauschen lässt die Wassermassen spürbar werden, die aus der Höhe auf die Wasseroberfläche niedergehen. Ihre sinnliche Wirkung steht im unmittelbaren Gegensatz zur Flüchtigkeit ihrer materiellen Struktur. 
Der Besucher erfährt beim Betreten der transparenten Halbkugel ein irritierendes Raumerlebnis. Normalerweise sind Räume fest. Doch dieser bildet sich aus einem liquiden Material. Die Form folgt den Naturgesetzen. Er ist scheinbar stabil, kann aber durch äußere Einflüsse (z.B. Wind) leicht aufbrechen und seine Geschlossenheit verlieren. Der Reiz dieser Installation entsteht aus diesem Gegensatz von Stabilität und Instabilität, der physischen Präsenz der flüssigen Materie und der sofortigen Vergänglichkeit ihrer Erscheinung 
Die Kugel, als vollkommenste Raumform, gehört zu den bedeutendsten und ältesten Symbolen der menschlichen Zivilisation. Ohne Anfang und Ende, steht sie für die Überwindung von Zeit und Raum und für die zyklische Bewegung der Erneuerung. In gewisser Weise hat Wasser eine ähnliche Symbolhaftigkeit. Es ist Anfang allen Lebens und Sinnbild für ständige Bewegung, Austausch und Veränderung. 
Auch wenn die Installation einen abstrakten und geometrisch-modellhaften Charakter hat, erzeugt sie gleichzeitig eine konkrete und vielschichtige Wirklichkeit, die von den Besuchern jeweils individuell, aber auch als gemeinsame Erfahrung wahrgenommen wird. Erleben und Reflexion, Ruhe und Lärm, Bewegung und Statik, Form und Material verbinden sich zu einer Einheit. Technisch könnte man sie als eine temporäre architektonische Projektion definieren.