verlorenes paradiesDer persische Garten im Wandel der Zeit und die Sprache der Ornamente. Eine atmosphärische Rauminstallation.

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Analyse
Schon aus den Erzählungen und Zitaten, die man über Teheran von früher liest, erfährt man wie grün diese Stadt mal war. Die Reisenden nannten Teheran als Platanenhain. Das zeigt wie reich dieser Ort an Platanen war. Diese Fakten baten mir eine gute Arbeitsbasis und Möglilchkeit, die ursprünglichen persischen Gärten für die Einwohner Teherans durch eine räumliche und atmosphärische Installation wieder sichtbar zu machen und so eine Erinnerung an diese zu schaffen.
Ort der Installation
 
Der Ort der Installation ist der Golestan-Garten. Er ist der älteste Garten in Teheran. Die in diesem Garten bereits vorhandenen Gartenelemente unterstützen die geplante Installation auf zweierlei Weise: Der Garten repräsentiert selbst die Thematik der Installation und er ist ein bereits bekannter Anziehungspunkt zur Installationsthematik.
 
Konzept
Zunächst wurden die Elemente und Faktoren, die im persischen Garten vorhanden sind untersucht: Rhytmische Wiederholung, Licht und Schatten, Spiegelung, Symmetrie und Ornamente.
Aus diesen Elementen wurden drei aufgegrifen. Dabei kann das Sonnenlicht  als Darstellungsmittel eingesetzt werden, um Ornamente, die sich im Laufe der Zeit entsprechend der Entwicklung in Architektur und den Eigenschaften einer jenden Epoche verändert und sie ausgezeichnet haben zu zeigen. So kann jedes Ornament die Geschichte einer Epoche erzählen. Insgesamt wurden acht Epochen ausgesucht einschließlich der heutigen Zeit. Die Epochen gehören zur nachislamischen Zeit Persiens und sind die wichtigsten in der Geschichte. Durch besondere Merkmale und Eigenschaften heben sich diese von den anderen Epochen ab.
 
  • In der ersten Epoche, Epoche der Flora war z.B das Anbauen von Obstbäumen sehr üblich.
  • In der zweiten Epoche wurde Schrift als Ornament eingesetzt und gleichzeitig spielte Literatur und Lyrik eine große Rolle.
  • In der Epoche des Lichts haben kreuzförmige Öffnungen an Fassaden für mehr Lichteinfall gesorgt.
  • In der nächsten Epoche war das Aufmalen von Kacheln an Fassaden üblich. Gleichzeitig war aber auch die Miniaturkunst auf dem Höhepunkt.
  • In der fünften Epoche sind Flora Muster sowohl sehr oft in der Architektur als auch in den Gartenteppichen zu finden.
  • In der Epoche der Farben kamen die farbigen Fensterscheiben in der Architektur zum ersten mal zum einsatzt. die Spiegel an Fassaden, in der siebten Epoche haben dazu gedient, immer ein Bild von Garten auf der Fassade zu haben. und in der letzten Epoche lässt es sich kein Ornament verzeichnen, daher wurde sie Epoche des Nichts gennant.
 
Form
Die Bedeutung, Eigenschaft und Ästhetik von Ornamenten machen diese zu einer ideallen Grundlage der Gestaltung. Daher basiert die Gestaltung der atmosphärischen Rauminstallation selbst auf dem Ornament. Das Schamse-Ornamnet, welches sehr oft in der Architektur verwendet wurde.
Bei genauerer Betratung lässt sich erkennen, dass dieses aus mehreren Formen zusammengesetzt ist. Aus dem Ornamnet sind acht unterschiedliche Entwürfe, die je eine andere Epoche in der Geschichte Persiens symbolisieren. Diese Formen sollen als Bogenelemente in der Installation zum Einsatz gebracht werden. Um die charakteristischen Eigenheiten der einzelnen Bogenelemente besser hervorzuheben, sind diese in drei unterschiedlichen Höhen und Breiten angelegt.
 
Entwurf der Bogenelemente
 
Epoche der Flora:
im ersten Bogenelement wird das Ornament an der Decke in Negativform und an den Seitenwänden in Positivform ausgestanzt. In die Ornamente an den Seitenwänden können Duftsprüher integriert werden so dass, der Besucher gleich am Anfang der Installation angenehme Gerüche zum Riechen bekommt. 
Epoche der Schrift:
Das Ornament ist ein Vers über Garten von dem bekannten Dichter aus der selben Epoche (Ferdowssi). Sie wird in der klassischen persischen Kalligrafie an der Decke ausgestanzt. Der Besucher nimmt den Schatten optisch wahr und wird zusätzlich von akustik begleitet.
Epoche des Lichts:
Das Ornament wird in 3 unterschiedlichen Größen aus der Objektfläche ausgestanzt. Die Innenseite wird abgeschrägt, damit mehr Licht einfällt. In der Epoche des Lichtes war man fasziniert von Himmel und Kosmos. Wenn sich der Besucher unter dem Bogenelement befindet, schaut er in den Himmel. Die quadratische Form des Ornaments rahmt dabei ein Stück vom Himmel ein und betont ihn dabei.
 
Epoche der Miniaturkunst
Das Muster, im vierten Bogenelement, ist ein Platanenblatt, inspiriert von einer Miniatur aus dieser Zeit. Es wird in einer Positiv- und Negativform eingesetzt und mit Metall-Seil befestigt. Befindet sich der Besucher unter dem Bogenelement, sieht er bewegliche Schatten, die durch den Wind, der immer im Garten weht und die hängenden Blätter am Bogenelement zum schwingen bringt, hervorgerufen werden. 
Für das Bogenelement wurde Glas gewählt, das auf einen Neuanfang und eine Tranzparenz in der Geschichte hindeuten soll.
 
Epoche der Gartenteppiche:
 
Das Muster auf dem Bogenelement stellt ein Abbild von Garten dar. Aus den Perforrationen können echte Pflanzen wachsen. Die Pflanzen wachsen in den Raum, so dass der Besucher sich ihnen nahe fühlt und sie auch berühren kann.
 
Epoche der Farben:
 
Die geometrische Form  des Ornaments bildet selbst die Konstruktion des Bogenelements. Der Besucher befindet sich in einer farbigen Umgebung. Blaue, rote und gelbe Farben erzeugen eine Raumatmosphäre, die unterschiedliche Empfindungen beim Besucher hervorruft. Schaut der Besucher durch die Glasscheiben, nimmt er seine Umgebung durch diese farbige Atmosphäre wahr. 
Das Material besteht aus Aluminium und wird weiß lakiert.
 
Epoche der Spiegel:
 
Die typische Form der Spiegelornamente wird in negativ-Form ausgestanzt und von der Innenseite in Positivform verspiegelt. Durch Schlitze dringt das Licht hinein und trifft auf die Wasseroberfläche. Die Reflexionen wiederum werden durch Spiegel in dem Element wiedergegeben. Der Besucher erschließt daraus die Bedeutung des Wassers und wird darauf aufmerksam.
 
Epoche des Nichts:
 
Das achte Bogenelement stellt die heutige Zeit dar. Ohne bedeutende Schatten, vollkommen sinnentleert und abstrakt. Es ist formal das einfachste und kleinste Bogenelement und unterscheidet sich zusätzlich in der Farbe von den anderen Bogenelementen. Der Besucher sieht nur eine glatte Oberfläche.