privat/privado

privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
privat/privado
Da wir unser Projekt von Anfang an einem bestimmten Thema zuschreiben konnten und klare Vorstellungen dessen Realisierung hatten, gingen wir ohne größere theoretische Recherche an die Arbeit. Unsere Arbeitsweise erfolgte demnach von innen nach außen. Ausgehend von der Kernidee, zwei Mietshäuser aus zwei verschiedenen Ländern in Kontext zu bringen, stießen wir während der praktischen Ausführung und später bei der Konzeption des Buches auf neue Aspekte und Fragen.

Im Endprodukt Buch findet kein bloßer Vergleich zwischen den beiden Ländern, den einzelnen Wohnungen, oder zwischen den Räumen und Dingen statt. Eine direkte Konfrontation wird bewußt vermieden. Durch das Weglassen von Hinweisen wie Landeszugehörigkeit, Portraits der Mieter, deren Geschlecht oder Ähnlichem, ist man beim Betrachten losgelöst von den üblichen stereotypischen Vorstellungsmustern. Schon aufgrund des privaten Themenbereiches "Wohnung" fällt eine bestimmte Symbolik weg, die eher in öffentlichen Bereichen anzutreffen wäre und landesspezifische Erkennungsmerkmale transportiert (LB. Souvenirs). Wichtiger ist es uns, den Betrachter auf eine Art Reise durch die Räume zu schicken und diese unvorbelastet rezipieren zu lassen. Erst bei genauerem Hinschauen auf die Wohnungsbilder geben Details Auskunft über Geschlecht und Nationalität der, bis dahin noch imaginären, Personen.

Der Begriff des Klischees und der von Stereotypologie gewann während unserer Arbeit kontinuierlich an Bedeutung und wurde schließlich zum entscheidenden Thema des Projektes. Auf "(an-)spielerische" Weise soll an verallgemeinernden Vorstellungen zu "typisch deutsch", "typisch spanisch" und allen übrigen unfundierten Typologisierungen gerüttelt werden.

In beiden Städten sollte jeweils ein vergleichbares Mietshaus inklusive möglichst aller Bewohner portraitiert werden. Anhand verschiedener Recherchen, Interviews mit den Mietern und Fotoaufnahmen sämtlicher Wohnungen sollte das Konzept eines Buches erstellt werden, in welchem dann die Ergebnisse der Vorarbeiten zusammengefaßt dargestellt werden; Intention und Motivation war dabei stets die Frage nach sich bestätigenden oder sich eben nicht bestätigenden Klischees von auto- und heterostereo-typischen Vorstellungen von Spaniern und Deutschen. Der Anspruch einer wissenschaftlichen oder sozial wertenden Arbeit wurde ausgeschlossen, da von vorneherein klar war, daß die Studien keinesfalls umfassend repräsentativ sein würden. Auswahlkriterien für die Gebäude in Berlin und Barcelona waren eine zentrale Lage, nicht modernisierte Wohnungen und etwa gleiches Alter der Häuser.