Das Soziale Im Raum

Das Soziale Im Raum
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Ausgangspunkt
 
Ziel der Arbeit ist die Gestaltung einer sozialen Situation mit offenem Ergebnis. Dabei geht es um einen experimentellen Versuchsaufbau, der auf medial-narrativer Ebene eine anonyme Menge von Besuchern in ein interaktives Erlebnis führen soll. Die mediale Raumgestaltung dient als Stimulus für die Entstehung einer sozialen Dynamik zwischen den Besuchern.
 
Dramaturgie
 
Die Installation ist Teil eines postdramatischen Theaterkonzeptes. Das Stück besteht aus drei Akten: 1. Transformation, 2. Interaktion, 3. Synthese. Im ersten Akt entfaltet sich aus einem geschlossenen hexagonalen Raum eine offene Raumstruktur auf 5 Nischen. Im zweiten Akt werden in diesen Nischen jeweils verschiedene Szenen desselben Filmes gezeigt und die aktiven Teilnehmer dürfen diese Nischen betreten. Sie müssen die jeweiligen Szenen mit individuellen Tickets jeweils am Nischen-Scanner freischalten und ggf. das Ticket anderer Teilnehmer nutzen / tauschen um eine andere Szene sehen zu können. Bei dem Film handelt es sich um einen Krimi über 5 Freunde, von denen einer zum Mörder wird. Die Frage, welcher der 5 der Mörder war, steht als Ausgangspunkt der Medieninstallation und gibt allen Teilnehmern innerhalb des halbstündigen 2. Aktes eine gemeinsame Zielstellung. Im dritten Akt wird die Raumstruktur nach oben aufgelöst und in neuer Anordnung herabgelassen, sodass die Gruppe in der Mitte steht und um sich herum 5 Ausgänge vorfindet. Diese sind jeweils mit einem Namen der 5 Freunde beschriftet und die Teilnehmer werden gebeten, ihren Tipp für den Mörder abzugeben, indem sie die Installation durch den entsprechenden Ausgang verlassen. Jenen, die den richtigen Ausgang wählen, wird Sekt gereicht.
 
Installation
 
Die narrative Dimension wird über Projection Mapping im Raum verteilt und bildet eine eigenständige interaktive Plastik. Die kinetische Choreographie der Projektionsflächen im ersten Akt führt den Betrachter in eine paradoxe und ungewöhnliche Erlebniswelt. Die doppelseitige Verwendung der Theaterarchitektur als Projektionsleinwand erschafft ein virtuell anmutende Wirklichkeit, die von schwebenden Bildern gegliedert ist.
 
Rahmen
 
Über 45 Minuten hinweg findet das Stück statt - die 25 aktiven haben Zuschauer die Chance, das Rätsel der Filminstallation zu lösen und rundherum können bis zu 80 passive Zuschauer das Geschehen verfolgen und individuelle und simultane Perspektiven suchen. Der Ablauf ist medial inszeniert, aber sozial ergebnisoffen.
 
Experiment 
 
Unter der Oberfläche der filmisch-medialen Erfahrung hat die Installation eine forschende Fragestellung: Inwieweit kooperieren anonyme Teilnehmer, um einem gemeinsamen Ziel näher zu kommen? Werden sie jeder für sich auf die Suche gehen oder tauschen und sich gruppieren? Die detektivisch-spielerische Herausforderung in Kombination mit der immersiven Raumprojektion soll die Teilnehmer fern von ihren alltäglichen Gewohnheiten im öffentlichen Raum stimulieren und zu freier Interaktion anregen. Die Aufgabe kann sowohl mit niedriger als auch hoher sozialer Dynamik gelöst werden – das kollektive Abbild der Interaktionsdichte gibt Aufschluss über die kulturellen Eigenheiten der Gruppe.